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fuechse94: Auch wenn Du den Herbstmeistertitel bestritten hast, kommst Du um den Meistertitel der Staffel Nord nicht herum. Dazu herzlichen Glückwunsch! Was gab den Ausschlag zu diesem Triumph?
Stefan Hinz: Danke für die Glückwünsche. Erst einmal möchte ich sagen wie unheimlich stolz ich auf meine Jungs bin!
Das wir nach so einer Katastrophensaison 2008/2009 den Schalter so umlegen konnten, dass es gleich zum ganz großen Wurf für uns gereicht hat, damit hätte selbst ich nicht gerechnet. So einen Aufstieg erlebt man ja nicht alle Tage. Den Ausschlag für diesen Triumph gaben der Wille und der Zusammenhalt sowie die körperliche Fitness der Mannschaft, die wir uns mit jeden Training erarbeitet haben.
fuechse94: Viele unken „Die Staffel Nord war zu einfach, in der Mitte oder im Süden wären die nie aufgestiegen.“, was entgegnest Du diesen Kritikern?
Stefan Hinz: Grundsätzlich ist es immer leicht gesagt, eine Staffel sei leichter als die Andere. Wenn dies der Fall wäre, frage ich mich warum hat Burgwall die „Erste Mannschaft“ nicht in der Nordstaffel gemeldet und warum hat Mildenberg II die beste Platzierung von allen Aufsteigern aus der Saison 2008 / 2009 in der 1. Kreisklasse erzielt?!
fuechse94: Welche Spieler haben sich in Deinen Augen besonders in den Dienst der II. Mann-schaft gestellt?
Stefan Hinz: Das ist ganz einfach: Alle die, die Ihre Knochen Woche für Woche auf dem Platz hingehalten haben, um unsere Ziele zu erreichen ...
Leider hatten wir zum Saisonende hin wieder einige verletzte Spieler zu beklagen, die mir besonders Leid taten, da Sie den Aufstieg mit vorbereitet haben, aber im letztendlich alles entscheidenden Spiel in Bredereiche nicht mit dabei sein konnten. Ich glaube das ist für einen Spieler das Bitterste, was in so einer erfolgreichen Saison passieren kann. Trotzdem waren Sie immer bei den Spielen dabei um von außen zu unterstützen. Das verdient höchsten Respekt. Ich wünsche euch gute Besserung Jungs :-)
fuechse94: Nun wartet die I. Kreisklasse auf die Füchsereserve, wie ich denke, ein doch anderes Niveau. Was muss sich ändern um dort zu bestehen? Gibt es personelle Änderungen?
Stefan Hinz: Mit Sicherheit ein anderes Niveau, wo es noch mehr auf die Kleinigkeiten ankommen wird. In der zweiten Kreisklasse ist eine gute Fitness schon die halbe Miete um eine erfolgreiche Sai-son zu spielen. Das allein reicht aber in der 1. Kreisklasse mit Sicherheit nicht mehr aus. Die Spiele werden knapper verlaufen und hatte man z. B. in der II. Kreisklasse noch zehn 100%ige Torchancen pro Spiel werden es jetzt vielleicht 5, in manchen Spielen gar noch weniger sein. Folglich müssen wir abgeklärter und effektiver werden.
Spielerisch und läuferisch werden wir dem Niveau der I. Kreisklasse sicherlich gewachsen sein. Da habe ich keine Bange, aber ich wünsche mir von einigen meiner Spieler auf und neben dem Platz mehr Eigeninitiative. Wir brauchen ein bis zwei echte Führungsspieler. Auch der absolute Wille, Spiele gewinnen zu wollen, muss noch mehr ausgeprägt werden. Wir hatten bislang eine erfolgreiche Zeit, aber was passiert, wenn der Erfolg mal über 3 oder 4 Spiele ausbleibt??? Das kann in der höheren Klasse einem Neuling schon mal passieren und erst dann wird sich wirklich zeigen, ob wir eine eingeschworene Truppe sind, wie wir es in der vergangenen Saison, sicherlich getragen von der Erfolgswelle, waren.
Zu personellen Änderungen möchte ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen. Eines möchte ich aber an dieser Stelle hervorheben: Es liegt an jedem Spieler selbst, ob er aufgestellt wird oder nicht. Einstellung und Einsatz zum bzw. für das Team sind manchmal mehr Wert als ein guter Einzelspieler ...
fuechse94: Du konntest verletzungsbedingt lange Zeit nicht spielen, wie sieht Deine Zukunft aus? Willst Du wieder Kicken? Wie passt das mit Deinem Trainerposten zusammen?
Stefan Hinz: Aktuell habe ich immer noch mit den Folgen meines Innenbandrisses im rechten Knie zu tun. Das wird auch leider noch eine Weile dauern. Jetzt sag ich mir ich fange nicht mehr mit dem Kicken an aber jeder, der schon solche Verletzungen hinter sich hat weis, dass wenn man wieder gesund ist, das Kribbeln in die Beine zurückkehrt ... also man sollte nie nie sagen :-)
Ob das mit dem Trainerposten zusammenpasst kann ich schlecht beurteilen. In der Hinrunde spielte ich noch und wir standen vor der Winterpause auf Platz eins. Der ist am Ende auch herausgesprungen. Also was meinst du?
Sicherlich kann man auf seine Spieler besser eingehen und einwirken, wenn man selbst nicht in der Mannschaft spielt. Denn wenn man spielt muss man sich auch auf seine eigene Leistung konzentrieren, denn man will ja mit gutem Beispiel vorangehen. Spielt man nicht hast du mehr Zeit für individuelle Gespräche vor Spielen. Du müsstest die Spieler fragen, was für Sie am Besten ist.
Da wirst du bei meinem Kader ganz schön viele Interviews führen müssen. Viel Spaß dabei! (lacht laut)
fuechse94: Stephan Jung, Dein Trainerkollege, hat nun nach gut fünf Jahren seinen Hut genom-men. Wie sieht Dein Fazit dieser Zusammenarbeit aus?
Stefan Hinz: Stephan war ja nicht nur mein Trainerkollege, er war vor allem mein Trainer. Unter ihm war ich Kapitän der Aufstiegsmannschaft und er hat immer hinter mir gestanden, wenn es bei mir nicht so lief wie wir uns das vorgestellt haben. Außenstehende konnten das nie verstehen und er musste sich dafür bei Spielen viel von den anderen 50 bis 80 „Trainern“, die hinten ihm standen (gemeint sind die sogenannten Fans) anhören. Aber in einer Mannschaft sind auch viele andere Dinge wichtig, die diese Fans nicht sahen, da Sie nur zu den Spielen vor Ort wa-ren.
Das es in fünf Jahren nicht immer nur gute Zeiten gab ist auch klar. Aber das ist das Normalste von der Welt. Hauptsache man kann nach Negativerlebnissen aufeinander zugehen und diese Dinge aus der Welt schaffen.
Stephan ich wünsche dir für die Zukunft alles alles GUTE (ruh dich erst einmal aus, denn ich weis jetzt wie anstrengend das Trainerdasein ist) und dann hoffe ich dich auf meiner Birthdayparty begrüßen zu dürfen ...
fuechse94: Was versprichst Du Dir vom Trainerwechsel, im Hinblick auf unsere Erste? Wie stellst Du Dir die Zusammenarbeit mit Neutrainer Teetz vor?
Stefan Hinz: Das wieder frischer Wind in die Truppe kommt und vor allem, dass sich wirklich jeder neu beweisen muss. Es ist immer einfach alles auf den Trainer zu schieben, aber ich habe einige leb- und willenlose Spiele der Mannschaft gesehen. Letztendlich hängt Erfolg von jedem ein-zelnen Spieler ab. Wollen Sie nicht, kannst du der beste Trainer der Welt sein aber es wird Nichts bringen ...
Ziele werden nur erreicht, wenn man auch was dafür macht – also sollte sich jeder Spieler an die eigene Nase fassen und dann in der Vorbereitung voll durchstarten.
Die Zusammenarbeit mit dem neuen Trainer ist auch für mich als Trainer eine Chance, neue Trainingsmethoden kennen zu lernen und mich in der Hinsicht weiterzuentwickeln. Wir hat-ten ein gutes Gespräch und der Rest zeigt sich dann ab 10. Juli, unserem Beginn der Vorbereitung.
8. Thema WM: Nun haben wir schon einige ansehnliche evtl. auch spannende Spiele ge-sehen, wer ist Dein Titelfavorit?
Vor einem halben Jahr sah ich die Spanier vorn. Sicherlich haben die eine starke Mannschaft aber ich denke, dass der kommende Weltmeister aus der Partie Argentinien gegen Deutschland hervorgeht.
KO-Spiele sind aber immer etwas Besonderes, wo es nicht nur darauf ankommt, die besten Fußballer in den eigenen Reihen zu haben, sondern das am besten harmonierende Team – also warten wir es mal ab ...
Vielen Dank Stefan und noch ein paar erholsame Tage sowie alles Gute in der kommenden Saison! Evtl. sieht man sich beim nächsten Public Viewing im Fuchsbau Samstag 03. Juli 16:00 Uhr - Argentinien vs. Deutschland. (pgo) |